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Stress lass nach!

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Stress lass nach! war als Beitrag zu Entspannungstechniken für einen Adventskalender geplant, zu dem Eva Laspas von ihrer Akademie Schreiben lernen aufgerufen hatte. Doch infolge eines Überangebotes an Adventskalendern in den vorweihnachtlichen Tagen hat sie diesen Plan verworfen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch meinen Beitrag dazu schon “im Kasten” und möchte ihn dir nicht vorenthalten.

Stress lass nach!

In unserem Alltag sehen wir uns häufig vielen Anforderungen und Belastungen gegenüber, die Unruhe, Gereiztheit, Anspannung, Hektik und Stress zur Folge haben können. Denn wir wollen ja als TrainerInnen und Coaches, bzw. generell als WissensvermittlerInnen alles möglichst schnell und gut bewältigen.

Das Magazin Manager Seminare befragte vor einiger Zeit in einer Umfrage Trainerinnen und Trainer zu ihren Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken, was ihre Bedeutung in unserem Berufsalltag deutlich hervorhebt. Das Ergebnis war ein bunter Mix aus Körperübungen, mentalen Ansätzen, Atemübungen und vieles mehr.

Um unsere Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu erhalten, brauchen wir Methoden, die uns entsprechen und funktionieren. Gerade in unserer heutigen Zeit –  oder war es nicht schon immer so? – brauchen wir Phasen der Ruhe, der Entspannung. Denn infolge der Informationsüberflutung ist unser Bewusstsein größtenteils nach außen gerichtet. Mit Hilfe gezielter Entspannungsübungen nehmen wir unseren Körper und unser Inneres wieder mehr wahr.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Entspannungsübungen. Welche Technik am besten zu uns passt, finden wir heraus durch Ausprobieren, durch Hinspüren, durch das sich Einstellen von Wohlgefühl. 

Ehe ich dir gleich eine meiner Lieblingsübungen vorstelle, lass uns einen kurzen Blick darauf werfen, warum das Beherrschen von Entspannungstechniken so wichtig sowohl für unser körperliches als auch seelisches Wohlbefinden ist.

Wie entsteht Stress und was passiert in diesem Zustand in unserem Körper?

Stress ist eigentlich ganz nützlich. Es ist die Fähigkeit unseres Körpers sich auf Gefahrensituationen vorzubereiten. Energie wird bereitgestellt um eine überlebensnotwendige Reaktion zu ermöglichen, wie zum Beispiel: Angriff, Flucht oder Erstarrung. Doch dieses Muster ist ein Relikt aus unserer Vorzeit, als es darum ging, unser Überleben zu sichern, beispielsweise um keinem Raubtier zum Opfer zu fallen.

Heute müssen wir uns zwar auch körperlich anstrengen, wenn wir Muskeln aufbauen möchten, oder um unser Gehirn zu trainieren, wenn wir etwas Neues lernen. Stress kann auch unser Denkvermögen und unsere Konzentration erhöhen, was wir aus Prüfungssituationen kennen.

Aber die Situationen, die uns heute am häufigsten Stress bereiten, sind Situationen, die wir meinen, nicht kontrollieren zu können. Dazu gehören unangenehme Unterredungen, Vorstellungsgespräche, abrupte Geräusche und Bewegungen, Technik, die wir nicht handhaben können, gesellschaftlicher Druck.

Doch die vererbten biologischen Reaktionen sind für diese Situationen zu stark. Die vom Körper bereitgestellte Energie wird nicht verbraucht. Finden diese Reaktionen häufiger statt, befindet sich unser Körper in einem Zustand der Dauererregung, was krank machen kann.

Taktiken zur Stressreduzierung

In der Literatur und von angesehenen Praktikern werden unzählige Methoden vorgestellt, die helfen können, negativen Stress zu reduzieren.

Ich stelle dir hier die fünf gängigsten Taktiken zur Stressreduzierung vor:

  • Beobachte deine Gedanken. Was sagt die Stimme in deinem Kopf? Versuche, die Stresssituation mal komplett anders zu interpretieren. Wechsele die Perspektive und sieh die Situation in einem anderen, positiven Licht.
  • Konzentriere dich auf eine andere, eine angenehme Tätigkeit, oder erinnere dich an vergangene positive Ereignisse. Feiere deine Erfolge.
  • Spreche mit Freunden und PartnerInnen über belastende Vorgänge oder schreibe sie auf.
  • Achte auf deinen Körper und bewege dich, treibe Sport.
  • Entspanne dich, verwöhn dich, nimm dir jeden Tag etwas Zeit um dir selbst etwas Gutes zu tun.

Und nun kommt meine persönliche Empfehlung, wie du mit Stress oder mit einer Stresssituation umgehen kannst.

Da ich mich seit Jahren mit Tai Chi und Joga beschäftige, möchte ich dir heute eine geniale, weil so einfache und effektive Methode beschreiben, mit der du wunderbar entspannen kannst.

 

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Du wirst du jetzt eine jahrtausendealte Kunst in alltagstauglicher Weise kennen lernen.

Ich zeige dir heute eine Mudra 

 

Eine Mudra ist ein sogenanntes Finger Yoga. Wir kennen Spiele mit den Fingern ja eigentlich aus unserer Kindheit. Dies ist auch bei Gertrud Hirschi zu lesen, wenn sie schreibt, dass wir schon als Kinder  Fingerspiele gemacht haben, indem wir zu einem Lied einzelne Finger gestreckt oder gebogen haben. Sie weist darauf hin, dass in der Heilpädagogik bei Lernschwierigkeiten gerne Handübungen eingesetzt werden, die die Gehirntätigkeit aktivieren und die Konzentrationsfähigkeit fördern. Sie entspannen die Nerven und führen zu innerer Ruhe.

So können Mudras wahre Wunder vollbringen. Auf der einen Seite, weil du dir mit dem Halten der Mudra deine wohlverdiente Ruhe gönnst. Auf der anderen Seite, weil du damit ganz real entspannst. 

Besonders entspannend finde ich die Rudra-Mudra (Herrscher des Solarplexus), zumal du mit ihr nicht nur Stress reduzierst, sondern auch neue Energien aufbauen kannst. Daher möchte ich dir heute die Anleitung dazu schenken.

Schaffe dir eine ruhige Atmosphäre bei der du entspannen kannst. Störquellen wie z.B. Telefon und Handy solltest du ausschalten.

 

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Du legst mit der rechten und linken Hand die Spitzen des Daumens, des Zeige- und Ringfingers aneinander. Die anderen Finger sind locker gestreckt. Du hältst diese Mudra ca. 5 Minuten. Die regelmäßige Anwendung der Mudra verstärkt den positiven Entspannungseffekt.

Was besonders schön ist an dieser Entspannungstechnik, dass du keine spezielle Kleidung oder sonstige Ausrüstung brauchst, keinen besonderen Raum, du brauchst NICHTS, nur deine Finger!

Mudras kannst du machen rund um die Uhr, egal ob zu Hause, auf Reisen, nachmittags im Park oder als kurze Pause vor dem PC.

Der Stress lässt nach

Die Wirkung ist Entspannung pur

tief – wohlig – meditativ

 

Besonders stark wirkt die Mudra mit einer Affirmation, wie zum Beispiel:

Ich gebe mein Bestes, den Rest übernimmt das Universum.

Plane doch ein paar Zeiten für deine Entspannung in deinen Tagesablauf ein. Doch bedenke, es kommt nicht auf die Länge deiner Übung an, sondern auf ihre Qualität. 

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wohltuend das Praktizieren von Mudras ist.

Und auch für mich war das Schreiben des Artikels eine Wohltat. So habe ich doch mal wieder Blatt und Stift hervorgeholt um den Yogi und die Mudra zu zeichnen.

Ich hoffe, dir mit dieser Entspannungstechnik ein für dich funktionierendes Werkzeug an die Hand zu geben und wünsche dir einen Dezember voller Entspannung.

Schreibe mir doch, ob du dich auch ab und zu gestresst fühlst und wie du dann damit umgehst, welche Techniken du anwendest.

Herzliche Grüße von Beatrix

(der Methoden- und Werkzeugspezialistin)