Ein schneller Weg um den Gebrauch der Präpositionen zu lernen – mit Selbstlernübungen

Dieser Beitrag ist für alle, die die Präpositionen richtig gebrauchen wollen – doch nicht genau wissen wie. 

Du erfährst hier, was du über die Präpositionen wissen solltest. 

Legen wir los!

Klein, aber wichtig: Die Präpositionen

So winzig sie auch sind, so wichtig sind die Präpositionen im Text. 

Sie geben uns viele Informationen darüber, ob wir von irgendwoher kommen, irgendwohin gehen, oder irgendwo schon sind. Sie geben uns die Richtung an.

Sie sagen uns die Zeit, wie, wie lange und warum etwas geschieht, welchen Zweck wir mit einer Sache verfolgen und vieles mehr.

Und sie können auch fortgeschrittenen Deutschlernern noch ziemliche Probleme bereiten. Ein Grund mehr, sie mal von Grund auf zu durchleuchten.

Du lernst, wie du endlich mit den Präpositionen klar kommst.

Das geht jedoch nicht in einem Artikel, daher wird es mehrere Beiträge von mir zu den Präpositionen geben.

Was sind also Präpositionen?

Gute Frage!

Wenn du das Kompositum Präposition in seine zwei Bestandteile zerlegst, kommst du der Sache schon näher:

Prä + Position 

Prä = vor

Position = Nomen / Pronomen / Adverb

Das heißt also, dass Präpositionen vor einem Nomen, Pronomen oder Adverb stehen.

Es gibt jedoch auch Präpositionen, die vor und/oder nach einem Nomen stehen. Das ist aber eher selten.

 

Die Präpositionen können folgende Bedeutungen haben:

 

Bedeutung

Fragen 

LokalWoher? Wo? Wohin?
TemporalWann? Wie lange?
ModalWie?
KausalWarum? Weshalb?
AndereWofür? Wozu?

 

Gerade bei der Frage, ob man nun Akkusativ oder Dativ bilden muss, entstehen die meisten Schwierigkeiten.

 

Lokale Präpositionen

 

Im ersten Teil über Präpositionen starten wir mit den lokalen Präpositionen

Wenn sich jemand oder etwas auf ein Ziel hinbewegt, oder eine Handlung auf ein Ziel gerichtet ist, fragen wir wohin? Und auf die Frage wohin? antworten wir mit dem Akkusativ.

Ich gebe dir ein paar Beispiele.

Fragen: 

  • Wohin gehst / läufst / fährst?  oder auch  Wo gehst du hin? Wo läufst du hin? Wo fährst du hin?
  • Wohin soll ich den Einkauf stellen?
  • Wohin wirfst du den Abfall?

Antworten: 

  • Ich gehe ins Kino. Ich laufe in den Park. Ich fahre in die Stadt. 
  • Stelle den Einkauf bitte auf den Küchentisch / ins Regal.
  • Ich werfe den Bioabfall in die Biotonne, das Glas in den Glascontainer, das Papier in den Altpapiercontainer und der Rest kommt in den Restmüll.
  • Wenn sich jemand an einem bestimmten Ort aufhält, oder etwas an einem Ort oder in einem Raum passiert, fragen wir wo? Und antworten mit dem Dativ.

Auch auf die Frage woher jemand oder etwas kommt antworten wir mit dem Dativ.

Ich gebe dir ein paar Beispiele.

Fragen:

  • Wo wohnst du?
  • Wo sind die Bücher / Hosen / Äpfel?
  • Woher kommt der Bus / das Obst?  oder auch  Wo kommt der Bus her? Wo kommt das Obst her?

Antworten:

  • Ich wohne in Köln.
  • Die Bücher sind im Regal, die Hosen im Schrank, die Äpfel in der Schale auf dem Tisch.
  • Der Bus kommt heute aus der anderen Richtung, das Obst kommt vom Bauernhof aus der näheren Umgebung.

Wie du siehst, wechseln manche Präpositionen den Kasus. Das hängt davon ab, ob wir wo oder wohin fragen. 

Wechselpräpositionen

Diese Präpositionen nennen wir Wechselpräpositionen.  Alphabetisch geordnet siehst du sie hier:

Wechselpräpositonen

    

Ich gebe dir ein paar Beispiele.

  • Ich spaziere bis an den Fluss. – Gut, dann warte ich auf dich am Fluss.
  • Hast du die Karaffe schon auf den Tisch gestellt. – Ja, die Karaffe steht auf dem Tisch.
  • Hast du die Sommerreifen hinter das Auto gelegt? – Ja, sie sind hinter dem Auto.
  • Wir haben die Papiere ins Regal gelegt. – Die Papiere liegen aber nicht im Regal.
  • Stell die Blumen doch neben die Skulptur. – Tatsächlich, neben der Skulptur sehen die Blumen fantastisch aus.
  • Es soll bald schneien. Sollen wir die Plane über das Blumenbeet legen? – Die Plane liegt schon über dem Blumenbeet. Das habe ich gestern schon gemacht.
  • Es ist wirklich heiß, ich setze mich unter den Sonnenschirm. – Sehr gute Idee. Unter dem Sonnenschirm ist es angenehm schattig.
  • Ich stelle mich vor das Museum, das ist ein schönes Fotomotiv. – Findest du? Vor dem Museum sind doch so viele Leute.
  • Komm, wir setzen uns zwischen die Bäume. – Hm, zwischen den Bäumen ist es mir zu kühl.

 

Wir schauen uns weitere lokale Präpositionen an    

  

Auf die Frage wohin stehen bei Ländern und Erdteilen die lokalen Präpositionen in und nach

In benutzt du, wenn das Land oder der Erdteil einen Artikel hat, wie z.B. die Bundesrepublik Deutschland, die Niederlande, die Schweiz, die Türkei. Auch bei Abkürzungen: die USA, die GUS

Nach benutzt du, wenn das Land oder der Erdteil keinen Artikel hat, wie z.B. Österreich, Deutschland, Italien, Kanada, Südamerika, Asien, Europa

Für diesen Teil der Präpositionen habe ich dir eine Online Selbstlernübung gebastelt.

Hier geht es zur Selbstlernübung:

Kostenloses Wissen

Präpositionen bei Ländern und Erdteilen

 

 

Auf die Frage wohin benutzen wir die lokalen Präpositionen an, auf und zu folgendermaßen:

An benutzt du, wenn du ans Meer, an einen Fluss, See, Strand, oder Ufer reist. Du benutzt es auch bei einer Position im Raum.

Beispiele:

  • Meer/Fluss/See – Ich fahre an die Nordsee
  • Strand/Ufer – Ich gehe sehr gerne an den Strand.
  • Position im Raum – Er hängt das Bild an die Wand.

Auf kannst du benutzen, wenn es zu einer Insel geht, auf einen Berg, oder auch bei einer Position im Raum.

Beispiele: 

  • Insel(gruppe) – Sie fahren auf eine kleine Insel.
  • Berg – Er wandert auf die Zugspitze.
  • Position im Raum – Sie steigt auf die Leiter.

Mit der Präposition zu + Dativ geht es zum Geschäft, zur Bank oder Post, oder zum Arbeitsplatz.

Beispiele: 

  • Geschäft – Sie gehen zum Bioladen.
  • Bank/Post- Er geht zur Post.
  • Arbeitsplatz – Ich gehe zur Arbeit. 
  • Platz in der Stadt – Die U-Bahn fährt zum Marienplatz.
  • Person – Wir fahren zur Oma.

Auch die Unterscheidung zwischen aus und von auf die Frage woher? kann fortgeschrittenen Deutschlernern noch Schwierigkeiten bereiten.

 

Lokale Präpositionen

    

Aus benutzt du, wenn du aus

  • einem Gebäude  kommst, z.B. Wir kommen gerade aus dem Rathaus.
  • einem Geschäft gehst, z.B. Schau mal, wer da aus der Bäckerei kommt.
  • einer Bank oder Post kommst z.B. Da kommen viele Leute aus der Post. (du kannst hier auch von benutzten)
  • einer Straße fährst, z.B. Wir fahren mit dem Fahrrad aus der Freiallee und biegen rechts ab.
  • oder einer Position im Raum, z.B. Ich nehme eine luftige Bluse aus dem Schrank.

Von benutzt du, wenn du von

  • einer Bank oder Post kommst, z.B. Ich komme gerade von der Bank (du kannst hier auch aus benutzen).
  • einem Arbeitsplatz kommst, z.B. Er kommt direkt vom Buchladen nach Hause.
  • zu Hause kommst, z.B. Kommst du von zu Hause?
  • einem Platz in der Stadt kommst, z.B. Fährst du vom Marktplatz mit der S-Bahn?
  • einer Person kommst, z.B. Er kommt von seinem Bruder. Der hatte Geburtstag.
  • einer Position im Raum, z.B. Meine Tochter springt vom Sprungbrett.

 

So, und was kommt nun? – Du hast er richtig erraten! Ich habe dir auch hier wieder eine Selbstlernübung zusammengestellt. Du kannst sie sooft wiederholen wie du magst.

Kostenloses Wissen

Lokale Präpositionen auf die Fragen: Wo? Woher? Wohin?

 

Dies war der erste Beitrag zu den Präpositionen. Weitere werden folgen. Bleibe also dran!

Lebe wunderbar, sei wunderbar,

deine Beatrix

0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.