Interview mit Christine Konstantinidis zum Thema Erfolgreiches Sprachen lernen

Christine habe ich über Facebook kennengelernt, da sie dort ihre Blogbeiträge zum Thema Erfolgreiches Sprachen lernen veröffentlicht. 

Da ich selbst Deutsch als Fremdsprache unterrichte, bin ich auch immer an Inhalten und Beiträgen von Kollegen und Kolleginnen interessiert. 

Christine hat ein interessantes Buch geschrieben mit dem Titel:

 

Sprachen lernen

Tolle Tipps und Tricks

Kreative Methoden für Motivation und maximalen Erfolg

 

Bevor wir uns näher mit diesem Buch Erfolgreiches Sprachen lernen befassen, möchte ich Christine jedoch bitten, sich kurz vorzustellen.

Wer bist du? Woher kommst du? Was ist dein beruflicher Werdegang?

Erfolgreiches Sprachen lernenHallo, ich bin Christine Konstantinidis, komme aus der Nähe von Bamberg in Bayern und betreibe den Blog Erfolgreiches Sprachenlernen . Ich bin seit Jahrzehnten schon in der Erwachsenenbildung tätig, habe mit Deutsch- und Englisch-Prüfungskursen angefangen und dann Italienischkurse gehalten.

Inzwischen arbeite ich aber hauptsächlich online, seit etwa drei Jahren bin ich für verschiedene Deutschportale tätig, schreibe zusätzlich Blogartikel für meinen Blog und Firmenblogs, gebe Online-Sprachunterricht (Deutsch, Englisch, Italienisch) und entwickle eine Sprach-App mit.

Auch Lernberatungen kann man bei mir buchen. Ja, und meine beiden Bücher habe ich auch geschrieben. Momentan arbeite ich mit einem Spanier an einem spanisch-deutschen Buch zum Thema „Die sprachlichen Unterschiede der beiden Sprachen“.

 

Welche Sprachen sprichst du selbst? Wie und wo hast du sie gelernt?

Ich spreche selbst insgesamt neun Sprachen (wenn Latein auch zählt), auf unterschiedlichem Niveau allerdings.

Deutsch ist meine Muttersprache, in der Schule lernte ich Englisch, Latein und Französisch, später dann noch Italienisch. Spanisch kam vor fünf Jahren dazu, Niederländisch und Portugiesisch vor drei. Und Latein ist auch eine meiner Leidenschaften, denn mir gefällt die klare Struktur der Sprache.

Ich bin inzwischen der typische Autodidakt, lerne gern selbstständig, mit selbst gewählten Materialien und in meinem Rhythmus. Der Typ für Gruppen-Sprachkurse bin ich wohl nicht, zumindest nicht als Lerner, ich lerne lieber alleine für mich genau das, was ich brauche.

Dazu brauche ich – das habe ich schon vor Jahren gemerkt – den Kontakt zu den Menschen und habe daher viele Sprachpartner und Freunde im Ausland, mit denen ich sehr regelmäßig spreche. Wir sehen uns auch, so oft es nur möglich ist.

Grundsätzlich beschäftige ich mich inzwischen nur noch mit Materialien und Themen, die mir Spaß machen. Meine Faustregel lautet: Was mich auch in meiner Muttersprache nicht interessiert, brauche ich auch in keiner Fremdsprache. Damit fahre ich sehr gut und verliere nicht den Spaß am Lernen. 

 

Wie bist du dazu gekommen, dieses Buch Erfolgreiches Sprachen lernen zu schreiben? Was war deine Motivation?

Das ist eine spannende Geschichte. Immer wieder bekam ich in den Sprachkursen die gleiche Art von Fragen: Wie lerne ich am besten? Bin ich zu alt? Wie wichtig ist Grammatik?

Irgendwann dachte ich mir, es wäre toll, diese Fragen auf einem Blog zu beantworten. Ich habe also meinen Blog gestartet und schon nach zwei Wochen kam eine Anfrage eines österreichischen Bloggers, der von mir einen Gastartikel haben wollte.

Da mein Selbstbewusstsein damals nicht das beste war, habe ich ihm Probematerial geschickt. Einige Tage später kam eine Mail mit dem Tipp „Dein Material ist gut, mach am besten gleich ein Buch daraus“.

Ich merkte, dass er damit in mir etwas angestoßen hatte. Also beschloss ich, ein Buch zu schreiben. Nach einigen Monaten nahm ich dann an einer Kindle-Challenge teil. Während dieser Zeit sollte das Buch – inzwischen waren ja schon einige Monate vergangen – fertiggestellt werden. Ich schätzte dieses An-die-Hand-Nehmen sehr, denn während der Challenge erklärte man die rechtlichen Fallstricke, bestimmte Layoutregeln und so weiter. Das hat natürlich sehr geholfen. 

Dann habe ich das Buch ins Englische übersetzt und die Fehler dank einer sehr hilfsbereiten Amerikanerin, die Korrektur gelesen hat, beträchtlich reduziert. Seit einigen Wochen ist nun also auch die englische Fassung auf dem Markt.

Diese beiden Bücher sind meine Herzensangelegenheit gewesen – und sind es noch!

 

Für wen ist das Buch Erfolgreiches Sprachen lernen besonders hilfreich?

Das Buch, egal ob auf Deutsch oder auf Englisch, ist nützlich für alle, die aktiv, mit Spaß und selbstbestimmt eine Sprache lernen möchten. Ich zeige darin sehr klassische, aber auch sehr unkonventionelle Lernmethoden auf, gebe Tipps, wie man gute Lehrer findet, biete einen Lerntypentest an und vieles mehr.

Also: Wer auch immer interessante Möglichkeiten und Techniken sucht, Sprachen zu lernen, ist hier genau richtig, egal auf welchem Sprachniveau.

 

Du plädierst in deinem Buch Erfolgreiches Sprachenlernen für ein ganzheitliches Sprachen Lernen. Was verstehst du darunter?

Unter ganzheitlichem Lernen verstehe ich so etwas wie Immersion oder „In-der-Sprache-Baden“. Ich finde, das Lernen sollte sich nicht auf den Schreibtisch oder die Unterrichtszeit beschränken, sondern Einzug in das tägliche Leben halten.

Es ist ein bisschen wie im Land zu leben, ohne im Land zu leben. Ich schaffe mir also mein Sprachklima, beschäftige mich mit Aktivitäten in der Fremdsprache, die ich sonst in meiner Muttersprache ausführen würde.

Ich verstehe auch darunter, mit allen Sinnen zu lernen. Zum Beispiel gehört Kochen nach spanischen, italienischen, deutschen, … Rezepten dazu, zudem die Gespräche mit meinen ausländischen Freunden, die WhatsApp-Nachrichten, die Kurzreisen, die Literatur, die Filme, die Videos und Podcasts – einfach alles.

 

Der Untertitel deines Buches lautet:

Kreative Methoden für Motivation und maximalen Erfolg

 

Warum ist Motivation so wichtig beim Erfolgreichen Sprachen lernen und wie können wir uns selbst motivieren?

Motivation ist die Triebfeder des ganzen Prozesses. Wenn du motiviert bist und dein Ziel klar vor Augen hast, dann wirst du dich auf deine Lerneinheiten freuen und es kaum erwarten können, dich mit der Sprache zu beschäftigen. Ohne Motivation wirst du es vielleicht, mit viel Anstrengung, schaffen, dich eine Zeitlang mit der Sprache auseinanderzusetzen, aber es wird vermutlich nicht von Dauer sein. Du brauchst also ein Ziel und solltest abwechslungsreich und mit der für dich perfekten Lernmethode lernen.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu motivieren. Am besten funktioniert das zumindest für mich über Auslandskontakte. Wenn du Freunde in deinem Zielland hast, dann bist du sicher sehr motiviert, ihre Sprache zu lernen, denn du willst dich ja mit ihnen unterhalten.

Wichtig ist es auch, ein Ziel zu haben, welches wirklich DEIN Ziel ist. Lerne niemals eine Sprache, weil dein Partner, deine Eltern oder andere Personen das für dich entschieden haben. Und du solltest dich – sofern du dich nicht auf eine Prüfung vorbereitest – mit Themen beschäftigen, die dir Spaß machen.

 

Welche Tipps kannst du denjenigen geben, die Deutsch als Fremdsprache schon auf einem etwas höheren Level lernen, geben?

Auf fortgeschrittenem Sprachniveau würde ich mir Sprachpartner suchen und regelmäßig mit ihnen sprechen.

Zudem ist jetzt die Zeit, von den klassischen Lehrbüchern und Kursen zu authentischen Inhalten zu wechseln. Warum nicht mal einen Wissenschaftspodcast und eine Reisesendung konsumieren, die eigentlich für Muttersprachler gedacht sind. Damit hebt man die Sprachkenntnisse auf das nächste Level – und Spaß macht es außerdem.

Jetzt ist es auch an der Zeit, unkonventionellere Lernmethoden auszuprobieren. Wie wäre es denn mit einem Online-Kurs zu einem Thema wie Marketing oder Zeitmanagement, aber in der Fremdsprache? Auch Stadtrundgänge oder Museumsführungen kannst du jetzt in deiner Fremdsprache buchen, das geht inzwischen in fast jeder nicht zu kleinen Stadt.

Nutze auch das Angebot der Mediatheken, der YouTube-Videos und der Zeitschriften. Und höre Podcasts und Radio, nutze jede Gelegenheit, mit der Sprache in Berührung zu kommen und nutze auch Apps, Computerprogramme und alle Erfindungen der modernen Technik. 

 

Zusatzfragen:

Planst du ein weiteres Buch für Sprachenlerner?

Ja, das nächste Buch ist schon in Arbeit. Ich schreibe zusammen mit einem Spanier ein Buch über die Unterschiede zwischen der spanischen und der deutschen Sprache. Dazu interviewen wir immer wieder spanisch- und deutschsprachige Menschen aus aller Welt und tragen die Erkenntnisse zusammen.

Es ist sehr spannend zu sehen, wie die Sprache auch das Denken beeinflusst und wie hilfsbereit die Lerner und Muttersprachler sind.

 

Was sind deine nächsten Projekte?

Auf meiner Bucketlist steht ein großes Projekt: Ich möchte all meine Sprachpartner irgendwann persönlich kennen lernen.

Außer meinem nächsten Buch habe ich keine großen neuen Projekte, denn ich bin langfristig gut ausgelastet. Natürlich möchte ich gerne weitere Bücher schreiben, einen Kurs zum Thema Lerntechniken erstellen und – das ist ein ganz großer Traum von mir – einen TED Talk halten.

 

Was möchtest du unseren Leser*innen zum Abschluss noch gerne mitteilen?

Meine Passionen sind nicht nur die Sprachen und die Zeitmanagement- und Lerntechniken, sondern auch das Laufen, das Reisen, das Lesen, das Klavierspielen, das Schreiben. Ich wünsche allen, dass sie ihre Passionen finden – und dass sie auch beim Sprachenlernen viel Spaß und Erfolg haben. Man selbst kann viel dazu tun, um das zu erreichen. Ich wünsche mir, dass alle Sprachlerner Verantwortung für ihr Lernen übernehmen und immer mit Motivation und Freude alle Möglichkeiten des Lernens nutzen, die sich im Leben bieten!

 

Hier sind die Links zu Christines Büchern

auf Deutsch: Sprachen lernen

auf Englisch: Language learning

 

Liebe Christine, ich bedanke mich ganz herzlich für dieses hoch interessante Gespräch zu unserer gemeinsamen Leidenschaft: Dem Unterrichten einer Sprache.

Für die Erfüllung deines Traumes, an einem TED Talk teilzunehmen drücke ich dir fest die Daumen. Und bitte informiere mich doch, wenn es soweit ist.

 

Lebe wunderbar,

sei wunderbar!

Deine Beatrix

 

Erfolgreiches Sprachen lernen