Was prüft eigentlich genau die TestDaF Prüfung?

Nun, du denkst sicherlich, das ist doch ganz einfach. Die TestDaF Prüfung prüft die Sprachkenntnisse  internationaler Studienbewerber, die ein Studium in Deutschland absolvieren möchten.
Und da hast du vollkommen recht.

Die TestDaF Prüfung wurde Ende 1990 entwickelt und sie ist eine standardisierte Sprachprüfung, die die Sprachkenntnisse ausländischer Studienbewerber prüft.

Warum sind die deutschen Sprachkenntnisse für ein Studium in Deutschland eigentlich so wichtig?

Warum? Tja, eigentlich können wir uns das ja denken. Aber lassen wir doch eine Expertin zu Wort kommen.

Gute bzw. sehr gute Testergebnisse der Teilnehmenden beim TestDaF sind die sprachliche Voraussetzung für den Studienerfolg.

Nach Daniela Marks (Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht, April 2015) sind neben den unterschiedlichen bildungskulturellen Voraussetzungen und fremden Lehr- und Lernkulturen an den deutschen Hochschulen vor allem auch sprachliche Probleme der Grund, warum es zu hohen Abbrecherquoten internationaler Studierende kommt.

Werden die Sprachhandlungen, die an der Hochschule vorkommen, denn im TestDaF auch wirklich geprüft?

Die TestDaF Prüfung

Schauen wir uns den TestDaF doch etwas genauer an. Klicke dazu auf diese Präsentation (es dauert etwas, bis sich diese Präsentation aufgebaut hat):

Die TestDaF Prüfung

Im Prüfungsteil Leseverstehen

hast du es mit folgenden Texten zu tun, die im Hochschulalltag vorkommen können:

  • Kurztexte, die kurzen Ankündigungen, Aushängen am schwarzen Brett oder Flyern ähneln können
  • Texte aus Zeitungsartikeln mit sozialpolitischen und wissenschaftlichen Themen 
  • Artikel aus wissenschaftlichen Zeitschriften oder Fachbüchern

Daher solltest du im Studium folgende Fertigkeiten beherrschen:

  • Schnell und selektiv Informationen entnehmen können
  • Hauptaussagen und Einzelinformationen verstehen und miteinander vergleichen können
  • Bedeutungen und Meinungen verstehen 

Im Prüfungsteil Hörverstehen

gibt es:

  • einen Dialog, der einem Alltagsgespräch aus dem Uni-Leben ähnelt
  • ein Radiointerview mit Personen aus der Hochschule zu allgemeinwissenschaftlichen Themen
  • einen Expertenvortrag zu einer allgemein-wissenschaftlichen Frage

Das solltest du daher können:

  • aus einem Gespräch selektiv Informationen entnehmen können
  • einem Gespräch oder Vortrag folgen und gleichzeitig Kurzantworten notieren
  • Schriftliches mit gehörten Informationen vergleichen
  • Bedeutungen und Meinungen verstehen

Im Prüfungsteil Schriftlicher Ausdruck

geht es um das

  • Vergleichen und Verbalisieren von Daten einer Grafik
  • Anfertigen eines Pro und Contra Textes zu einem vorgegebenen Thema
  • Abwägen von verschiedenen Standpunkten oder Vorschlägen
  • Formulieren und Begründen deiner eigenen Ansicht 

Diese sprachlichen Fertigkeiten brauchst du deshalb unbedingt, sie sind fächerübergreifend:

  • abwägen
  • argumentieren
  • begründen
  • beschreiben
  • vergleichen
  • zusammenfassen

Im Prüfungsteil Mündlicher Ausdruck

  • sollst du dich in verschiedene Situationen hineinversetzen
  • unterschiedliche sprachliche Register, formell und informell, beherrschen
  • inhaltliche Elemente und den zeitlichen Rahmen beachten

Die fächerübergreifenden sprachlichen Fähigkeiten sind hier

  • Informationen einholen, geben und vortragen
  • über Sachverhalte berichten
  • die eigene Meinung ausdrücken und begründen
  • Alternativen abwägen
  • Hypothesen entwickeln
  • Ratschläge geben

Welche sprachlichen Fertigkeiten sind nun im Alltag des Hochschullebens häufig zu finden?

Um das heraus zu finden, führte das TestDaF Institut im Jahr 2012 eine vierteilige Studie durch.

Das Ergebnis war, dass der TestDaF tatsächlich viele grundlegende sprachliche Anforderungen der Hochschule prüft. Allerdings gaben die Studierenden an, dass sie nicht nur häufig Schwierigkeiten mit dem Verstehen und Formulieren der deutschen Wissenschaftssprache hätten, sondern auch mit den kulturell unterschiedlichen und spezifischen Aspekten des wissenschaftlichen Arbeitens.

Außerdem fand man heraus, dass im TestDaF “nur” einzelne Kompetenzen getestet werden und keine zusammenhängenden Fähigkeiten, wie z.B. “Fachliteratur lesen UND diese im Seminar besprechen”, was an der Hochschule jedoch verlangt wird.

Insgesamt ist also klar, dass der TestDaF allein schon vom zeitlichen und inhaltlichen Format “nur die Eintrittskarte” in den universitären Betrieb ist.

Doch keine Angst. Der ganze Rest wird sich finden. Denn alles über die sprachlichen Voraussetzungen hinaus, wird an der Uni vermittelt bzw. sollte vermittelt werden. Außerdem: Diejenigen, die den TestDaF mit guten Ergebnissen absolvieren, haben auch gute Chancen, die sprachlichen Anforderungen an der Hochschule gut zu meistern.

Und das Lernen geht weiter. Denn die sprachlichen und inhaltlichen Anforderungen werden sich im Verlauf des Studiums erhöhen.

Ein wichtiges Ergebnis 

dieser Untersuchung für dich ist auch, dass du die kulturellen Unterschiede zwischen dem wissenschaftlichen Arbeiten in deinem Heimatland und Deutschland erkennen und reflektieren solltest, um auch deine interkulturelle Kompetenz zu entwickeln und zu verfeinern.

So viel zu dieser spannenden Untersuchung und dem aufschlussreichem Ergebnis.

Nun zu dir:

Hast du schon die TestDaF Prüfung absolviert? Studierst du schon? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Bist du gut vorbereitet auf das Studium hier in Deutschland?

Ich freue mich sehr über deinen Kommentar!

Lebe wunderbar,

sei wunderbar

deine Beatrix

 

Die TestDaF Prüfung

 

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