Was prüft eigentlich die Prüfung TestDaF?

Die TestDaF Prüfung ist gedacht für internationale Studienbewerber, die ein Studium in Deutschland absolvieren möchten. Sie ist eine Ende 1990 entwickelte, standardisierte Sprachprüfung, die die Sprachkenntnisse ausländischer Studienbewerber prüft.

Gute bzw. sehr gute Testergebnisse der Teilnehmenden sind nämlich die sprachliche Voraussetzung für den Studienerfolg.

Warum? Nach Daniela Marks (Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht, April 2015) sind neben unterschiedlichen bildungskulturellen Voraussetzungen und fremden Lehr- und Lernkulturen an den deutschen Hochschulen vor allem auch sprachliche Probleme der Grund, warum es zu hohen Abbrecherquoten internationaler Studierende kommt.

Werden die geforderten Sprachhandlungen an der Hochschule denn im TestDaF auch geprüft?

Die TestDaF Prüfung

Schauen wir uns die TestDaF Prüfung doch etwas genauer an. Klicke dazu auf diese Präsentation (es dauert etwas, bis sich diese Präsentation aufgebaut hat):

Bildschirmfoto 2015 05 29 um 21.54.52 Die Prüfung TestDaF

Im Prüfungsteil Leseverstehen

hast du mit folgenden Texten zu tun, die im Hochschulalltag vorkommen können:

  • Kurztexte, die kurzen Ankündigungen, Aushängen oder Flyern ähneln können
  • Texte, die aus Zeitungsartikeln mit sozialpolitischen und wissenschaftlichen Themen entnommen sind
  • Artikel aus wissenschaftlichen Zeitschriften oder Fachbüchern

Diese Teilfertigkeiten solltest du somit beherrschen:

  • Schnell und selektiv Informationen entnehmen
  • Hauptaussagen und Einzelinformationen verstehen und miteinander vergleichen
  • Bedeutungen und Meinungen verstehen

Im Prüfungsteil Hörverstehen

gibt es:

  • einen Dialog, der einem Alltagsgespräch aus dem Uni-Leben ähnelt
  • ein Radiointerview mit Personen aus der Hochschule zu allgemeinwissenschaftlichen Themen
  • einen Expertenvortrag zu einer allgemein-wissenschaftlichen Frage

Das solltest du daher können:

  • aus einem Gespräch zielgerichtet Informationen entnehmen
  • einem Gespräch oder Vortrag folgen und gleichzeitig Kurzantworten notieren
  • schriftliche Vorgaben mit gehörten Informationen vergleichen
  • Bedeutungen und Meinungen verstehen

Im Prüfungsteil Schriftlicher Ausdruck

sollst du

  • Daten einer Grafik verbalisieren und vergleichen
  • einen diskursiver Text zu einem vorgegebenen Thema anfertigen
  • verschiedene Standpunkte oder Vorschläge abwägen
  • eine eigene Ansicht formulieren und begründen

Diese fächerübergreifenen Sprachhandlungen brauchst du deshalb:

  • beschreiben
  • vergleichen
  • abwägen
  • argumentieren
  • begründen
  • zusammenfassen

Im Prüfungsteil Mündlicher Ausdruck

  • sollst du dich die in verschiedene Situationen hineinversetzen
  • unterschiedliche sprachliche Register, formell und informell, bedenken
  • die inhaltlichen Elemente und den zeitliche Rahmen beachten

Die fächerübergreifenden Sprechhandlungen sind

  • Informationen einholen, geben, vortragen
  • über Sachverhalte berichten
  • die eigene Meinung ausdrücken, begründen
  • Alternativen abwägen
  • Hypothesen entwickeln
  • Ratschläge geben

Welche Sprachhandlungen sind im Hochschulalltag häufig zu finden?

Um das heraus zu finden führte das TestDaF Institut im Jahr 2012 eine vierteilige Studie durch.

Im ersten Teil

wurden von 25 Hochschulen die Internetseiten nach Anforderungen der Leistungs- und Studiennachweise durchsucht. Klausuren, schriftliche Hausarbeiten, mündliche Prüfungen und mündliche Referate und Präsentation waren laut Daniela Marks, die Arras 2012 zitiert, die am häufigsten verlangten Nachweise. Die häufigsten sprachlichen Fähigkeiten lauteten: analysieren, erläutern, präsentieren, kommentieren und argumentieren.

Im zweiten Teil

wurden in Workshops die sprachlichen Anforderungen des TestDaF mit denen des Hochschulbetriebes verglichen und zugeordnet.

Im dritten Teil wurden aus den vorherigen Kenntnissen Interviewleitfäden für Interviews mit ausländischen und deutschen Studierenden entwickelt und durchgeführt.

Im vierten Teil

wurden die quantitativen Daten aus den Online-Fragebögen ausgewertet.

Das Ergebnis war, dass der TestDaF viele grundlegende Sprachhandungen der Hochschule abdeckt. Allerdings gaben die Studierenden an, dass sie nicht nur häufig Schwierigkeiten mit dem Verstehen und Formulieren der deutschen Wissenschaftssprache haben, sondern auch mit den kulturspezifischen Aspekten des wissenschaftlichen Arbeitens (vgl. auch meinen Beitrag zu den kulturellen Besonderheiten eines Studiums in Deutschland )

Auch der Einsatz von digitalen Medien und Kommunikationsformen im Hochschulbetrieb wie z.B. E-Mail, SMS, PPP etc. ist im TestDaF nicht enthalten. Außerdem werden im TestDaF nur Einzelkompetenzen getestet und keine zusammenhängenden Fähigkeiten, wie z.B. “Fachliteratur lesen und im Seminar besprechen”, was an der Hochschule jedoch verlangt wird.

Insgesamt ist also klar, dass der TestDaF allein schon vom zeitlichen und inhaltlichen Format “nur” die “Eintrittskarte” in den universitären Betrieb ist.

Diejenigen, die den TestDaF mit guten Ergebnissen absolvieren, haben jedoch auch gute Chancen, die sprachlichen Anforderungen an der Hochschule gut zu meistern.

Doch das Lernen geht weiter, denn die sprachlichen und inhaltlichen Anforderungen werden sich im Verlauf des Studiums erhöhen.

Ein wichtiges Ergebnis dieser Untersuchung ist auch, dass du die kulturellen Unterschiede zwischen dem wissenschaftlichen Arbeiten in deinem Heimatland und Deutschland erkennen und reflektieren solltest, um auch deine interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln und damit alternative Handlungen vornehmen kannst.

So viel zu dieser spannenden Untersuchung und dem aufschlussreichem Ergebnis.

Nun zu dir: Hast du schon die TestDaF Prüfung absolviert? Studierst du schon? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Bist du gut vorbereitet auf das Studium hier in Deutschland?

Ich freue mich sehr über deinen Kommentar!

Viele Grüße,

Beatrix

TestDaF 1 Die Prüfung TestDaF

 

 

 

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