Studieren in Deutschland - Kulturelle Besonderheiten Beatrix Andree image 1

 

Deutscher Wissenschaftsstil

– Feste Nomen-Verb-Verbindungen –

Du möchtest in Deutschland studieren. Vielleicht hast du sogar schon einen Studienplatz. Nun stellst du fest, dass du zu deinen allgemeinsprachlichen Kenntnissen noch weitere Kenntnisse der deutschen Sprache benötigst. Hier bekommst du Informationen, was u.a. zum deutschen Wissenschaftsstil gehört.

Der deutsche Wissenschaftsstil ist durch einen Nominalstil charakterisiert, wie in meinem Artikel “Studieren in  Deutschland – Kulturelle Besonderheiten” dargelegt.

Zum Nominalstil gehören unter anderem Partizipialkonstruktionen, Nominalkomposita, Fremdwörter, Fachterminologie und Feste Nomen-Verb-Verbindungen, auch Funktionsverbgefüge genannt, von denen dieser Artikel handelt.

Nominal-Stil

Funktionsverbgefüge wird diese lexikalische Struktur genannt, weil das Verb im Satz die Funktion eines Vollverbs einnimmt, dabei jedoch keine Bedeutung trägt wie das Nomen, sondern eine rein grammatisch-syntaktische Funktion inne hat. Feste Nomen-Verb-Verbindungen lautet diese Struktur, weil Nomen (häufig mit Präposition) und Verb eine idiomatische Verbindung eingehen und durch kein anderes Nomen oder Verb ersetzt werden können.

Feste Nomen-Verb-Verbindungen finden wir häufig in der formellen Sprache und Schriftsprache, die “einfachen” Verben hauptsächlich in der gesprochenen und informellen Sprache.

Beispiele

Nomen (+ Präp.) 

Bedeutung

Funktionsverb

Person, Modus, Tempus

“Einfaches Verb”

Aktiv, Passiv, Anderes Verb, Ohne entsprech. Verb

Kritik üben (an) kritisieren
Beobachtung anstellen beobachten
(zum) Einsatz kommen werden eingesetzt
(zur) Verfügung stellen werden zur Verfügung gestellt
(ins) Wort fallen unterbrechen
(sich im) Begriff finden dabei sein, etwas zu tun
(zu der) Ansicht gelangen
(in) Frage kommen

 

 

 

 

 

Wie aus den Beispielen ersichtlich ist, gibt es vier Typen von Feste Nomen-Verb-Verbindungen.

  • Der erste Typ hat ein entsprechendes einfaches Verb mit aktivischer Bedeutung.
  • Der zweite Typ hat ein entsprechendes einfaches Verb mit passivischer Bedeutung.
  • Der dritte Typ hat kein entsprechendes Verb, ein anderes einfaches Verb wird genutzt.
  • Der vierte Typ hat kein entsprechendes Verb.

 

Übungen

Feste Nomen-Verb-Verbindungen bedürfen der stetigen Übung. Daher habe ich euch hier eine Aktivität zusammen gestellt, mithilfe derer ihr ein paar der häufigsten Verbindungen üben könnt.

 

Ich wünsche euch viel Spaß dabei!

Haben ihr Fragen oder Anmerkungen, dann könnt ihr sie hier gerne posten.

Viele Grüße, Beatrix

von www.learning-works.de

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